#ReadytoHelp Freelancer Lutz Eckelmann im Interview

Lutz Eckelmann ist seit 2004 Freelancer in der Web-Entwicklung und seit kurzem auch auf Malt, wo er bei der Aktion #ReadytoHelp mitmacht und damit medizinischen Einrichtungen, Organisationen und Start-Ups im Kampf gegen Corona seine ehrenamtliche Hilfe anbietet. Im Interview erzählt er uns, warum er bei Bring and Ring mitgeholfen hat und wie er die Zukunft der Wirtschaft sieht. 

Wie hast du von der #ReadytoHelp Initiative erfahren und warum hast du dich entschieden mitzumachen?

Ich hatte gerade zwei Tage zuvor von meinem Vater den Link zu Malt erhalten und in Zeiten der Corona-Krise habe ich nach neuen Möglichkeiten gesucht, um Projekte zu akquirieren. Ich war also gerade neu auf Malt und im Begriff mein Profil auszufüllen, da habe ich die Möglichkeit gesehen an der Aktion #Readytohelp teilzunehmen.

Ich bin von Natur aus ein sehr hilfsbereiter Mensch. Und in der aktuellen Zeiten ist das wichtiger denn je. Ich bin zwar kein Arzt, aber ich kann zumindest meine Kreativität und meine technische Expertise zur Verfügung stellen und das war bei dieser Aktion gefragt. Da gab es für mich gar nicht die Frage ob oder ob nicht.

Aktuell unterstützt du ehrenamtlich das Projekt Bring and Ring. Worum geht es dabei genau?

Das Projekt beschäftigt sich mit einer App, die es den Risikogruppen erleichtern soll Einkäufe zu bekommen. Die App sieht zwei Benutzergruppen vor, zum Einen die Personen, die zum Schutz vor dem Corona-Virus nicht in den Supermarkt um die Ecke können und zum Anderen die sogenannten “Bringer”, also die Personen, die sich auf der App anmelden und sich bereit erklären, Einkäufe für andere zu erledigen, z.B. weil sie gerade selber zum Einkaufen unterwegs sind und gerne helfen möchten. Ich finde es eine super Idee und eine Möglichkeit zu zeigen, das wir alle eine empathische Seite haben. Meine Eltern sind selbst in der Risikogruppe. Sie sind zwar noch sehr fit und gesund, was aber teilweise auch ein Problem ist, weil sie sich nicht gerne helfen lassen wollen. Ich dachte es wäre zusätzlich ein gutes Zeichen an meine Eltern, dass es gut ist sich helfen zu lassen.

Wobei hast du die Initiative Bring and Ring genau unterstützt? Welches Problem hast du für sie gelöst?

Ich habe mich für die Internetseite oder besser gesagt eine Landing-Page im Internet gekümmert. Zarah Bruhn, die Gründerin von “Bring & Ring”, kam vor zwei Wochen auf mich zu, weil Sie bei Malt gesehen hatte, das ich für gemeinnützige Arbeiten zur Verfügung stehe. Ihr war gerade jemand abgesprungen, der eigentlich für die Verwaltung der Internetseite zuständig war, weil er keine Zeit mehr hatte. Also habe ich kurzfristig geholfen, um die Internetseite für den Launch der App am letzten Samstag, 25. April online zu bekommen.

Arbeitest du nebenbei an regulären Projekten und wie kriegst du das zeitlich hin?

Nebenbei arbeite ich noch an ein paar kleinen Projekten, die in der Krise bestehen geblieben sind. Ich hatte gleich das Gefühl, dass sich diese Krise negativ auf meine Branche auswirken könnte. Das liegt einfach in der Natur der Menschen, dass sie in ungewissen Zeiten nicht gerne investieren und da meine Branche von Investitionen abhängig ist, is sowas nie gut. Deshalb ist und war es für mich wichtig hier auch ein Zeichen zu setzen und meine Arbeit ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen. Desweiteren wollte ich auch zeigen, das in jeder Krise auch eine Chance steckt, wir müssen sie nur ergreifen. Meiner Meinung nach wird in Deutschland zu häufig zu vorsichtig agiert. In diesen schnelllebigen Zeiten müssen wir Mut zur Veränderung haben und auch Risiken eingehen, nur so wird man international mithalten können. Ich finde diese Krise hat auch gezeigt, das ein so modernes Land wie Deutschland noch sehr viel Potenzial nach oben hat und es ist nun an der Zeit diesen Weg auch zu gehen. Ich wünsche mir mehr Mut, größere Risikobereitschaft und zukunftsorientes Arbeiten in der Wirtschaft, aber besonders auch in der Politik.

Hat sich die Corona-Krise im Alltag auf deine Projektlage ausgewirkt? Wie sieht hier deine Prognose für die Zukunft aus?

Ja, das hat sie. Eines meiner größten Projekte mache ich mit mehreren Outlets in Europa. Da diese von heute auf morgen ihre Center schliessen mussten, habe Sie sämtliche geplanten Aufträge storniert und ich stand erstmal ohne Arbeit da. Ein anderer Kunde aus Spanien, der in der Immobilien-Branche tätig ist, hat mich wiederum überrascht. Die Bestimmungen in Spanien sind ja viel strenger als bei uns in Deutschland und so war es diesem Kunden überhaupt nicht mehr möglich seiner regulären Arbeit nachzugehen.

Aber anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, hat er die Überarbeitung seiner Internetseite beauftragt. Seine Aussage dazu war, es gibt doch keine bessere Zeit als jetzt, um dieses Thema anzugehen. Man sieht, hier gibt es unterschiedliche Denkweisen bei den Menschen.

Die einen, die sich durch die Krise verunsichern lassen und die anderen, die eine Chance darin sehen. Ich denke, es liegt an mir und jedem einzelnen zu zeigen, dass es keinen Grund gibt verunsichert zu sein. Klar, es ist eine schwierige Zeit. Aber gerade jetzt sollten wir all unsere Energie aufbringen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Ich erinnere hier gerne an unsere Eltern und Großeltern, die nach dem Krieg dieses Land zu dem gemacht haben, was es heute ist. Nun ist es an uns aus unserer Komfortzone herauszugehen und ähnliches zu leisten, um ihnen damit etwas zurückzugeben. Genau diese Einstellung sehe ich bei Bring and Ring und bei Malt. Beides sind Unternehmen, die den Blick in die Zukunft richten und etwas zurückgeben. Wenn wir alle etwas positiver und optimistischer agieren, wird die Zukunft auch positiv und optimistisch sein.