Wie bewältigt man als Freelancer die Urlaubszeit?

Du bist unter Wasser. Nicht im türkisfarbenen Wasser an einem himmlischen Strand, sondern in einem Meer voller E-Mails, Terminen und Verpflichtungen, alles so schnell wie möglich zu machen… Ferien stehen leider nicht auf der Tagesordnung. Aber sie sind unerlässlich, um einen Burnout zu vermeiden!

Wir haben Pauline und Sophie, zwei Freelancer auf Malt, einige Fragen dazu gestellt, wie sie mit dieser Zeit umgehen.

Bist du es gewohnt, Urlaub zu machen?

Pauline: Ja, natürlich! Es ist wichtig zu wissen, wie man sich Pausen einräumt. Aber ich für meinen Teil würde sagen, dass ich nie wirklich abschalten kann. Einerseits, weil ich ein ein bisschen perfektionistisch bin, andererseits, weil die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwommener sind als in einem Unternehmen.

Sophie: Ich mache manchmal Urlaub, aber es ist nie wirklich Urlaub. Ich komme nicht von meinen E-Mails weg. Wenn Projekte anstehen, kommen sie immer vor allem anderen! Ich ziehe es auch vor, nur ein paar Tage, aber dafür öfters, zu verreisen, anstatt einen langen Urlaub zu machen.

Hast du immer etwas zum arbeiten dabei, auch im Urlaub?

Pauline: Es kommt oft vor, dass ein Kunde eine dringende Anfrage hat. Deshalb habe ich immer meinen Laptop dabei, auch wenn ich nicht sofort antworten kann. Freelancer zu sein, bedeutet für mich auch, viel mehr verfügbar zu sein. Manchmal habe ich im Urlaub auch Ideen für ein bestimmtes Projekt. Dann kann ich sie direkt anwenden!

Sophie: Generell wähle ich nie ein Urlaubsziel, ohne sicher zu sein, dass es eine WLAN-Verbindung gibt, damit ich mit meinen Kunden in Kontakt treten kann.

Wie gehst du mit deinen Kunden in der Urlaubszeit um?

Pauline: Ich informiere sie über die Dauer meiner Abwesenheit. Wenn es in meinem Urlaub wirklich etwas Wichtiges gibt, planen wir gemeinsam die Arbeitsbereiche. So können wir ohne Verzögerung antworten, und ich muss nicht auf eine Antwort warten. Es geht um die Organisation!

Sophie: Ich informiere die Kunden immer, dass ich unterwegs bin, aber es fällt mir schwer, bei meinen Kunden das Wort “Urlaub” zu verwenden. Ich schätze, das ist ein Fehler, aber als Freelancer habe ich immer Angst, einen Kunden zu verlieren oder eine Projektmöglichkeit zu verpassen. Trotzdem ist es ein Lebensrhythmus, der zu mir passt und den ich bewusst gewählt habe.

Hast du jemals negative Reaktionen von Kunden bekommen, wenn du ihnen von deinem Urlaub erzählt hast?

Pauline: Nein, niemals, denn ich gebe ihnen immer sehr früh Bescheid. Wenn es unerwartet ist, stelle ich immer sicher, dass ich die Termine einhalte.

Sophie: Das Gleiche gilt für mich auch, da ich mich vor meinen Ferien an sie wende! Ich spiele auch mit den Fristen: Wenn ich weiß, dass ich während eines Projekts einen geplanten Urlaub habe, berücksichtige ich das bei der Nachplanung, die ich meinen Kunden präsentiere. So gibt es bei der Ankunft keine unangenehmen Überraschungen.

Wie gehst du mit der Ausfallzeit der Urlaubstage um?

Sophie: Was mich betrifft, so berechne ich das in meine Ziele für das ganze Jahr ein und gehe davon aus, dass im Sommer eine Flaute auf mich zukommen könnte. In der Regel nutze ich Ausfallzeiten, um mich für meine persönlichen Projekte zu engagieren. Ich bin dabei, eine Reihe von Schreibwaren-Produkten auf den Markt zu bringen, die im September erscheinen werden.

Pauline: Ich betrachte die Sommerferien nicht als eine Zeit der Ausfälle, ganz im Gegenteil. Viele Unternehmen oder Start-ups wollen zu Beginn der Sommerpause ein Projekt starten und müssen daher im Sommer an der visuellen Kommunikation arbeiten. Sie ist oft der letzte Teil, nach dem Businessplan und der internen und externen Entwicklung!

Welchen Rat würdest du einem Freelancer geben, der sich weigert, Urlaub zu machen?

Pauline: Zögere nicht! Es ist leicht, sich von der Arbeit in den Bann ziehen zu lassen. Als kreativer Freelancer kann man nie wirklich von seiner Arbeit abschalten, weil es ein sehr subjektiver Job ist. Man muss sich zwingen, zwischen Beruf und Privatleben zu unterscheiden, was ich selbst nicht immer sehr gut kann! Außerdem haben wir immer noch den Luxus, von überall arbeiten zu können, ein Arbeitsgerät mitzunehmen und unsere Zeit selbst zu organisieren.

Sophie: Ich denke, jeder arbeitet so, wie er sich fühlt. Was ich aber raten kann, ist, den Urlaub nicht zu vernachlässigen. Wenn man die meiste Zeit von zu Hause aus arbeitet, ist es wichtig, die Umgebung zu verändern. Das hilft, langfristig durchzuhalten!

Und wie gehen Sie mit der Ferienzeit um? Haben Sie einen Tipp?